Gruppen / Verbände

Die Kroatische Katholische Mission Bielefeld

wurde am 1. November 1971 ins Leben gerufen.

Die kroatische katholische Mission feierte im November 2011 ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst in unserer Pfarrkirche Maria Königin und einem anschließenden Empfang mit großem kulturellen Programm im Winfriedhaus in Bielefeld.

Lesen Sie einen Bericht aus dem DOM

und die Berichterstattung im Pfarrbrief KONTAKTE (Weihnachten 2011), Seite 17.

Aus der Geschichte:

Das religiöse Zusammentreffen der Gemeinde fand in der Josephskirche bis zum Ende des Jahres 1997 statt. Es war für die damalige Zeit eine optimale Entscheidung, da die Josephskirche an ein einem günstigen Standort lag (nahe am Bahnhof). Auf Grund der Renovierung der Josephskirche, mussten wir die Josephskirche verlassen und eine entsprechende Kirche finden. Mit dem Verständnis der Maria-Königin-Gemeinde und ihrem Pfarrer Blaž Kovač, haben wir eine sehr gute Alternative in ihrer Kirche, beziehungsweise Gemeinde, gefunden. Die Kirche ist für die Anreisenden aus den benachbarten Orten leicht erreichbar.

Die Kroatische Katholische Mission umfasst folgende Dekanate: Paderborn, Bielefeld-Lippe, Büren-Delbrück, Herford-Minden, Höxter und Rietberg-Wiedenbrück.

Das Zentrum unserer Mission befindet sich in den Räumlichkeiten in der Turnerstr. 2, in denen verschiedene seelsorgerliche, kulturelle und caritative Aktivitäten stattfinden. Wir feiern jeden Sonntag und an Feiertagen die heilige Messe in der Maria-Königin-Kirche um 13.00 Uhr. Bei besonderen Anlässen im Jahr finden gemeinsame Eucharestiefeiern mit der Ortsgemeinde statt. An größeren kroatischen Feierlichkeiten wirkt der Kirchenchor von Baumheide und Brake mit. Erfreulicherweise singt der Chor auch kroatische Lieder in unserer Sprache. Solche Zusammentreffen mit den beiden Gemeindemitgliedern sind ansprechend und sehr fordernd.
Vom Beginn des Jahres 2008 an haben wir Werktagsmessen mit dem Rosenkranz, Vesper, Gemeindesingen und Austauschgesprächen. Regelmäßig sind die heiligen Messen in Bielefeld, Paderborn, Versmold und Minden, und nach Absprache in anderen Städten.
Die Anzahl der Gemeindemitglieder ist relativ stabilisiert und beträgt ca. 3000.
Der Leiter der Kroatischen Katholischen Mission ist Pastor Slavko Rako, die pastorale Mitarbeiterin ist Frau Marica Mraz, bei der Caritas ist der Sozialberater Herr Ante Crnjak und viele ehernamtliche Mitarbeiter. Weiterhin gehört dazu auch der Pastoralrat der Gemeinde mit 30 Mitgliedern aus Bielefeld, Paderborn, Minden, Herford, Gütersloh und Versmold.

Seelsorgerliche Aktivitäten

Seelsorge an Kindern und Jugendlichen
Die Seelsorge wird in der Advents-, Weihnachts-, Fasten-, Ostern- und Pfingstzeit intensiviert, um den Jugendlichen christliche Werte zu vermitteln.
Schwerpunkt der Jugendarbeit ist der Religionsunterricht mit dem man die Jugendlichen zum Bewusstsein lenken will, dass sie in der heutigen Zeit als Christen erkennbar sind und dadurch auch in ihrem Leben eine echte Orientierung und Hilfe erfahren. Weiterhin sollen sie auf die Notwendigkeit der caritativen Aktivitäten und auf die aktive Teilnahme an der Liturgie hingewiesen werden.
Wir pflegen eine Ministranten-, Lektoren-, Vorsänger-, Kindertheater-, Folklore- und eine Instrumentalgruppe (Tamburize).

Seelsorge an Erwachsenen

Die Seelsorge an Erwachsenen setzt einen persönlichen Bezug zu den Gläubigen und ihren Familien voraus. Die Familienbesuche mit Vertrauensgesprächen sind die Mittel, um die Problematik der Menschen kennenzulernen und entsprechend zu betreuen. Wir nehmen diese Seelsorge sehr ernst. Die Elterngespräche helfen uns die Wege für die bestimmten Situationen mitzugehen. Es gibt viele Menschen, die unter Einsamkeit, Entfremdung, Arbeitslosigkeit, Depressionen, Familienproblemen und Krankheit, usw. leiden. Jeder individueller Besuch, so wie auch Familienbesuch, ist eine echte Chance nicht nur die Probleme zu besprechen, sondern auch eine Alternative, die Probleme in den Griff zu bekommen. Ich unterstreiche bei solchen Gesprächen die Notwendigkeit sich auch an die medizinischen Fachärzte zu wenden. Oftmals mache ich den Vorschlag. Gleichzeitig betone ich die Stärkung im Glauben durch das beständige Gebet und den Empfang der Sakramente.

Seelsorge an Senioren

Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl derer, die pensioniert sind und ein kleiner Teil fährt in die Heimat zurück, der größere Teil bleibt mit der Großfamilie hier.
Einige haben eine echte Aufgabe übernommen, um auf ihre Enkelkinder aufzupassen. Trotzdem treten immer wieder familiäre Spannungen auf. Das sind die Generationsunterschiede, die nicht leicht zu überwinden sind.
Für die Senioren galt die Kirche immer als Heimat und als eine Brücke untereinander. Als Priester und Seelsorger muss man die persönliche Beziehung zu dieser Gruppe pflegen und durch die Besuche aufrecht erhalten.

Krankenbetreuung und Seelsorge bei Todesfällen

Die Kranken besuchen wir regelmäßig im Krankenhaus und in ihren Familien. Dafür nehmen wir uns ausreichend Zeit. Oft entsteht eine vertrauungswürdige und offene Gesprächsatmosphäre über ihre persönlichen Probleme, den Glauben und die Kirche.
Todesfälle in der Gemeinde sind immer eine Herausforderung für mich selbst und unsere Mission. Krankenbesuche mit Spendungen des Sakramentes der Krankensalbung und das Gebet mit den zugehörigen Familien, Besuche mit dem Rosenkranzgebet, Gespräche und Mitgefühl mit den betroffenen Familien sind von enormer Bedeutung. Dadurch entstehen neue Beziehungen zu der Kirche. Der Priester bemüht sich physisch und seelisch anwesend zu sein. Bei solchen Situationen trifft man fast immer die Leute, die wenig Ahnung über den Glauben haben.

Schwerpunkte der Seelsorge

Die allgemeine Arbeitslosigkeit in Deutschland bezieht sich gleichermaßen auf unsere Gemeinde. Aus diesem Grund sind einige Familien, beziehungsweise Einzelne, von Bielefeld und Paderborn nach Kroatien, andere nach Bayern gegangen.
Zur Zeit existieren mehrere deutschsprachige Firmen in Kroatien (Zagreb), die Arbeiter benötigen, die die deutsche und kroatische Sprache beherrschen und die Erfahrungen im Ausland gesammelt haben.

Situation um Integration

Die Kroatische Katholische Mission hat sich nach unseren Möglichkeiten schon längst bemüht eine Brücke zu bauen, die unsere Gläubige in die deutsche Kirche integriert. Integration ist ein beidseitiger Prozess, den man oft nicht beschleunigen kann, dass braucht seine Zeit. Dieses Ziel zu erreichen erfordert viel beiderseitiges Engagement. Der Religionsunterricht der Kinder und Jugendlichen findet in kroatischer und deutscher Sprache statt. Die Mission erstellt gleichzeitig die Verbindung mit der Heimat und macht uns bewusst, dass wir zur Weltkirche gehören. Die unterschiedlichen, aber christliche Kulturen sind viel mehr eine Bereicherung, als ein Hindernis im Prozess der Integration. Wir sind froh, dass auch durch unsere Bemühungen eine große Zahl der Jugendlichen Gymnasien besuchen und eine bemerkenswerte Anzahl schließt eine Hochschulausbildung mit akademischem Titel ab. Diese Gruppe ist in hiesiger Gesellschaft sehr gut integriert, aber gleichzeitig ihrer Wurzeln bewusst. Nach unserer Erfahrung ist die Integration für unsere Kinder und Jugendlichen das tägliche Leben, das heißt sie leben sie. Die ältere Generation (das bezieht sich auf die Leute, die schon Rentner sind oder schon vor der Pensionierung stehen) ist teilweise integriert, aber da sehe ich auch keine Barriere zur Integration. Im Grunde haben sie zwei Heimaten, eine hier und die andere im Geburtsland. Es hängt von jedem einzelnen persönlich ab, ob er will oder nicht, sie haben praktisch zwei Heimaten.
Ich möchte den Mainzer Bischof Kardinal Lehmann während des deutschen Katholikentages im Juni 2004 in Ulm zitieren: "Die muttersprachlichen Katholiken sind nicht nur Gäste in der deutschen Ortskirche, sie gehören selbstverständlich als gleichberechtigte Mitglieder zur Kirche in Deutschland und zur jeweiligen Ortskirche dazu. Sie haben darin allerdings auch eine eigene Aufgabe: nämlich durch die Pflege der eigenen kulturellen und religiösen Tradition ihren Landsleuten die Beheimatung in der deutschen Kirche zu erleichtern und Brückenbauer der Integration zu sein."
Diese wichtigen seelsorgerlichen und kulturellen Aufgaben werden seitens des Priesters, der Pastoralmitarbeiterin, des Sozialarbeiters, Ärzten, Institutionen und mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern wahrgenommen.
                                                                                            Slavko Rako, Pastor