St. Hedwig ab G

Geschichte nach dem 2. Weltkrieg der kath. Gemeinde

In der Osterwoche 1945 ging mit dem Einmarsch der Amerikaner für die Stadt und den Landkreis Bielefeld der Krieg zu Ende.

 

 

 

 

 

 

 

Die Kirchengemeinden, sowohl die evangelischen als auch die katholischen, standen nun vor der Aufgabe, im Chaos der sich auflösenden staatlichen (nationalsozialistischen) Zivilverwaltung auf vielfältige Weise unmittelbare Not zu lindern. Schon bald bat der von den Amerikanern als parteiloser für Bielefeld eingesetzte Stadthauptmann Niestroy den Bielefelder Dechanten, Domkapitular Schmidt, für die im nationalsozialistischen Jugenderholungsheim, ehemals „Strunks Hof", in Altenhagen verwaisten Kinder um Hilfe. Die „Braunen Schwestern" hatten in großer Hast das Haus verlassen und waren untergetaucht Sie ließen die Kinder ohne ausreichende Versorgung und Aufsicht zurück. Pfarrer Schmidt sorgte dafür, dass zunächst zwei Schwestern vom Klösterchen" zur ersten Hilfe freigestellt wurden. Auf seine Initiative übernahm die Kirchengemeinde St. Jodokus das Anwesen „Strunks Hof", das im 13. Jahrhundert von der Äbtissin der Reichsabtei Herford zusammen mit anderen Hofstätten als Hagenhof am Vogelbach (Nevershagen) gegründet wurde. Pfarrer Schmidt unterstellte das Haus mit ca. 36 Kindern der sorgenden Obhut der Aachener Franziskanerinnen, die bereits am 19. Juni 1945 ihre „kleine Niederlassung" (Konvent) in Altenhagen eröffneten. Schon am 05. Juli 1945 wurde „die gute Schwester Irmhilda als Vorgesetzte (Oberin) der kleinen Gemeinde zugeführt". Das Haus wurde in ein Kinder- und Altenheim mit Hauskapelle als Gottesdienststelle in Altenhagen umgewandelt. Über die seelsorgerische Zuordnung Altenhagens bestand Unklarheit. So wurde die Seelsorge zunächst Vikar Josef Weichert von der Marienkapelle in Sieker übertragen bis im Oktober 1945 Prälat Pages als Rektor (Hausgeistlicher) in das St.-Elisabeth-Haus kam. Die Seelsorgshilfe übernahmen die Franziskanerinnen. Erst ein Brief des Erzbischöflichen Generalvikariates vom 28. Januar 1947 brachte Klarheit über die seelsorgerische Zuordnung. Altenhagen gehört seit mehr als hundert Jahren zur Pfarrei St. Johannes- Baptist, Schildesche. Damit wird Pfarrer Boekamp bestätigt, der Altenhagen schon 1825 zur Pfarrei Schildesche zählte.
1826 wird davon berichtet, dass in der Bielefelder Klosterkirche 59 Katholiken aus Pfarrei Schildesche das Sakrament der Firmung empfingen. Drei von ihnen wohnten in Altenhagen. Seit Anfang 1947 wurde Altenhagen, wie dies ein Stempel ausweist, als „Kath. Seelsorgestelle innerhalb der Pfarrei Schildesche" bezeichnet.

In Altenhagen entwickelte sich das im Juni 1945 von der Kirchengemeinde St. Jodokus, Bielefeld übernommene und von den Aachener Franzikanerinnen und Prälat Pagés betreute Kinder- und Altenheim St. Elisabeth zum Mittelpunkt und zur Kernzelle katholischen Gemeindelebens. Die Schwestern unter den Oberinnen Irmhilda (1945-1948) und Brigittina (1948 -1954) erwarben sich große Verdienste um die Betreuung der Heimatvertriebenen. Sie erleichterten es ihnen "im Fremden ungewollt zuhaus" zu sein.
Ab 1948 wurden Heepen, Brönninghausen und Oldentrup von der St.Bonitatius-Gemeinde durch die Pfarrvikare Weichert, Sandmeyer und Kraft betreut.
Im Herbst 1948 zog Prälat Pagés nach Eschweiler. Danach übernahm am 25. November 1948 Pfarrer Georg Seiffert als Rektor die seelsorgerische Betreuung des St. Elisabeth-Hauses und der Katholiken in Altenhagen. Altenhagen zählte zu dieser Zeit ca. 250 Katholiken