Sakramente

Das Sakrament der Versöhnung (Beichte)

Notwendigkeit und Sinn dieses Sakraments werden in der Öffentlichkeit gerne kritisch hinterfragt, vor allem mit dem Argument, man könne seine Sünden doch auch alleine mit dem lieben Gott ausmachen, bzw. Beziehungsstreit am besten direkt mit den Betroffenen klären. Dazu brauche man doch keine Beichte.

In der Tat kennt und schätzt aber auch die Kirche ja verschiedene Formen der Versöhnung, die allesamt einen wichtigen Stellenwert haben:

Wenn ein Mensch den andern um Vergebung bittet, geschieht Versöhnung sehr direkt. Aber wir kennen auch alle die Vaterunser-Bitte „Vergib uns unsre Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Gerade, weil es das Gebet ist, das Jesus seine Jünger gelehrt hat, müssen und dürfen wir es ernst nehmen und auf die Versöhnung hoffen und vertrauen. Ebenso bitten wir mit dem Schuldbekenntnis und dem „Herr, erbarme dich“ zu Beginn jeder Heiligen Messe um Vergebung; und auch, wenn wir in der Heiligen Schrift lesen, wenden wir uns damit immer Gott zu. Umkehr ist ja nicht immer gleichbedeutend mit einer 180-Grad-Wendung, sondern vielmehr die vertrauensvolle Hinwendung zu Gott. Das geschieht also auf vielfältige Weise.

Dabei bleibt die sakramentale Form der Vergebung, die Beichte, sozusagen die Höchstform in Sachen Versöhnung, ob in der traditionellen Form der „Ohrenbeichte“ oder im Beichtgespräch. Allerdings ist damit nicht gemeint, dass sie nur bei schwerer Sünde praktiziert werden soll oder gar darf. (Dann müsste sich jeder Beichtende gleich dem Nikodemus, der sich nur in der Nacht traute, Jesus aufzusuchen, hinwegschleichen.)

 Im Sakrament der Versöhnung erfährt der Beichtende mit der Lossprechung die direkte Versöhnungszusage Gottes.